Corona und Geschlecht

Frauen und Männer sind von der Corona-Krise unterschiedlich betroffen. Während Männer höhere Erkrankungsraten aufzeigen, sind Frauen in stärkerem Umfang von den sozialen und sozio-ökonomischen Folgen betroffen. Frauen stellen den weitaus größeren Teil der Berufstätigen in den jetzt systemrelevant genannten Berufen – sei es im Gesundheitsbereich oder im Einzel-handel. Die hohe Arbeitsbelastung bringt eigene gesundheitliche Risiken mit sich. Auch die gestiegenen Care-Arbeiten in der Familie werden überwiegend von Frauen erbracht, oft genug zusätzlich zu Homeoffice oder den anstrengenden Tätigkeiten in o.g. Berufen.  Sowohl im Beruf als auch in Partnerschaft und Familie steigt zudem das Risiko gewalttätiger Übergriffe zulasten von Frauen und Kindern. Der Gender Care Gap weist in zwei Richtungen. Frauen tragen die höhere Versorgungslast/ Care-Arbeit in schlecht- und in unbezahlten Tätigkeitsbereichen. Zugleich bleiben spezifische Versorgungsbedarfe von Frauen weitgehend unberücksichtigt. Die jetzt aktuellen Debatten um Erweiterung und wo nötig Modifi-zierung von Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen für Frauen müssen den Bedingungen der Corona-Pandemie Rechnung tragen, um gleichzeitig Gesundheitsschutz und Gewaltschutz bieten zu können. Wir dokumentieren im Folgenden Diskussionsbeiträge und Positionen, die einen genderspezifischen Blick auf die Corona-Krise fokussieren und Lösungsansätze formulieren.

Corona und Gender – ein geschlechtsbezogener Blick auf die Pandemie und ihre (möglichen) Folgen.  Ein Arbeitspapier von Regina Frey.

Die Weltgesundheitsorganisation zu Corona und Häuslicher Gewalt – Eine Pressemitteilung der WHO vom 26.03.2020:

Diese Seite des Europarats informiert über Maßnahmen der EU-Staaten im Spannungsfeld Corona und Geschlecht:

https://www.coe.int/en/web/genderequality/promoting-and-protecting-women-s-rights