Psychische Gesundheit

Die hohe Prävalenz psychischer Erkrankungen zeigt die Bedeutung geschlechtssensibler Versorgungsstrukturen und vernetzter Versorgungsangebote. In Deutschland ist etwa ein Zehntel der Bevölkerung von psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen betroffen. Frauen und Männer erkranken dabei an unterschiedlichen psychischen Störungen. So werden in der Gruppe der Frauen besonders häufig Demenzen, Essstörungen sowie Depressionen oder Angststörungen diagnostiziert.

Die Ursachen für bestimmte psychische Störungsbilder sind vielfältig. Neben lebensgeschichtlich erworbenen Dispositionen können genetische (biologische) Anfälligkeiten einen Einfluss auf die Entstehung haben. Hierzu zählen beispielsweise Besonderheiten bei Bildungs- und Berufsbiographien sowie gesellschaftliche Rollenzuschreibungen. Insbesondere Frauen mit Kindern sind oft mit widersprüchlichen und unvereinbaren Rollenanforderungen, wie beispielsweise Haushalt, Erziehung und Berufstätigkeit, befasst.

Darüber hinaus führt die Vielfalt an Trägern und Zuständigkeiten im deutschen Gesundheitssystem zu langen Wartezeiten beim Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung. Lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung stehen einer vernetzen, gendersensiblen Versorgung entgegen. Insbesondere diese Versorgungslücken bedeuten vielfach ein deutlich erhöhtes Risiko für die Verschlechterung und Chronifizierung bestehender psychischer Störungen. Lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung stehen einer vernetzen, gendersensiblen Versorgung entgegen.

Die Mitarbeiterinnen des Kompetenzzentrums werden daher Versorgungslücken systematisch erfassen und Ideen für eine bedarfsorientierte Versorgung entwickeln. Im Zentrum stehen die Anforderungen für eine Reduzierung der psychotherapeutischen Unterversorgung in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens. Der Blick richtet sich dabei auf die präventiven Potentiale. Ebenso ist die Sensibilisierung der Akteur_innen im Gesundheitswesen für die Auswirkungen von geschlechterbezogenen Rollenanforderungen und -zuschreibungen auf die Gesundheit und gesundheitliche Versorgung eine Kernaufgabe des Kompetenzzentrums. Ziel der Mitarbeiterinnen ist es, die Ergebnisse des Praxis-Theorie-Dialogs, z.B. aus dem Netzwerk Frauen und Gesundheit NRW, in ihre konzeptionelle Arbeit einfließen zu lassen.

Bei der psychischen Gesundheit handelt es sich um ein Querschnittsthema, welches in allen Themenschwerpunkten des Kompetenzzentrums für die jeweiligen Zielgruppen vertiefend behandelt wird.

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