Intervention bei Gewalt

Gewalt und insbesondere Häusliche Gewalt stellen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit ein großes Gesundheitsrisiko für Frauen dar. Im Bericht der Enquetekommission „Zukunft einer frauengerechten Gesundheit in NRW“ aus dem Jahr 2003 wird darauf hingewiesen, dass Gewalt als relevante Vorgeschichte für keinen Bereich von Gesundheitsproblemen auszuschließen ist.

Doch immer noch wird dem Thema Gewalt in der medizinischen Theorie und Praxis nur eine geringe Aufmerksamkeit zuteil. Dies führt bei vielen Frauen zu einer dramatischen Fehl- und Unterversorgung. Die Folgen von Gewalt sind jedoch vielfältig und erschreckend: chronische Schmerzzustände, Herzerkrankungen, Depressionen, ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten und unnötige Operationen. Und dies sind nur einige der medizinischen Folgen, die aus fortgesetztem Gewalterleben resultieren können.

Der Weg zu Hilfsangeboten ist für gewaltbelastete Patientinnen oft unnötig lang und steinig. Arztpraxen und Krankenhäuser haben selten gewaltbezogene Interventionsprogramme installiert und sind oft unzureichend über regionale Unterstützungsangebote informiert. Dies führt letztendlich dazu, dass von Gewalt betroffene Frauen nur selten effektiv weitervermittelt werden. Das Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW setzt neue Impulse für die Weiterentwicklung medizinischer Intervention. Hauptaugenmerk wird hierbei auf die Entwicklung passgenauer Interventionsstrategien in Städten und Regionen gelegt. Ziel dieser Vorgehensweise ist es, die bestehenden verschiedenen Ressourcen in den jeweiligen Regionen im Sinne der von Gewalt betroffenen Frauen zu bündeln.

In Städten und Regionen sollen passgenaue Interventionsstrategien entwickelt werden. Der Vorteil eines regionalisierten Vorgehens liegt vor allem darin, dass verschiedene, in der jeweiligen Region vorhandene Ressourcen für eine optimierte Versorgung zusammen gebracht und im Sinne der von Gewalt betroffenen Frauen koordiniert werden. Als „Beispiel guter Praxis“ dient das GESINE-Netzwerk Gesundheit.EN, das im Ennepe-Ruhr-Kreis seit acht Jahren erfolgreich in der interdisziplinären Vernetzung und Intervention zu Häuslicher Gewalt arbeitet. Im Rahmen des Bundesmodellprojektes Medizinische Intervention gegen Gewalt an Frauen (MIGG) wurde die Arbeit von GESINE evaluiert.

Implementierung eines multidisziplinären und vernetzten Vorgehens zur medizinischen Intervention bei Häuslicher Gewalt

Die praxisorientierten Maßnahmen des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW sollen die gesundheitliche Versorgung von Frauen in NRW verbessern, bestehende Konzepte optimieren und Ergebnisse aus der Forschung in die Praxis transferieren. Dies entspricht den drei Säulen des Kompetenzzentrums: Wissensbildung, Praxis(weiter)entwicklung und Netzwerkarbeit…mehr

Pressemitteilungen des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW

Das Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW unterstützt die medizinische Versorgung der Opfer von Häuslicher und sexualisierter Gewalt:
Pressemitteilung des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW Januar 2014
Pressemitteilung des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW Sept. 2013

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